Eibisch

Schon die Kelten kannten die heilende Wirkung des Eibisch. Eingesetzt wir hauptsächlich zur Behandlung von trockenem Husten, Erkältungen, Halskratzen, Entzündungen des Magen-/ Darmbereiches und Zahnfleischentzündungen. Ich selbst finde als eines der wichtigsten Heilkräuter gegen trockenen Husten und lege mir immer jetzt schon im Herbst einen Vorrat zu.

Ein bisschen Magie…

Eibisch kann in Schutzritualen eingesetzt werden, um sich vor negativen Energien oder schädlichen Einflüssen zu schützen. Man kann beispielsweise eine Mischung aus getrocknetem Eibisch und anderen schützenden Kräutern und Salz herstellen und sie verbrennen, um einen Schutzraum zu schaffen. Darüber hinaus ist er Bestandteil der “Kräuterbuschn’-Weihe.

Botanik

Eibisch verlangt guten humusreichen, tiefgelockerten Boden, am besten lehmigen Sandboden und eine etwas feuchte Lage. Gepflanzt wird aus Samen, im Abstand von 50-60 cm. Den Zwischenraum kann man gut für den Anbau anderer Gewächse nutzen, da der Eibisch sehr hoch wächst und wenig beschattet. Nach zwei bis drei Jahren kann die Wurzel geerntet werden. Von Zeit zu Zeit empfiehlt sich ein Standortwechsel, da die Pflanze den Boden auszehrt. Im Juli sammelt man seine Blätter. Seine Wurzel muss in Frühling oder Herbst gesammelt werden.

Mit Eibisch dem trockenen Husten keine Chance geben –

Heilwirkung

Volkstümlich wird Eibisch wegen der enthaltenen Schleimstoffe, die reizlindernd auf alle Schleimhäute wirken, hauptsächlich für Erkrankungen der Atmungsorgane und des Magen- Darmbereiches einsetzt. Weitere Anwendung findet er bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut, trockenem Reizhusten, entzündlichen Zahnfleisch, bei zahnenden Kindern, Insektenstichen, zur Wundbehandlung, Furunkel, Nagelbettentzündung, Nervenschmerzen, Blasenschwäche, Hämorrhoiden, Blasensteinen, Durchfall und Verstopfung.

Bei verschleimten Atemwegen sollte auf ein schleimlösendes Mittel zurückgegriffen werden, weil Eibisch keine schleimlösende Wirkung hat und besser bei trockenem Husten gebraucht werden soll.

Eibisch wirkt beruhigend, blutstillend, entzündungshemmend, erweichend, harntreibend, immunstimulierend, reizlindernd, tonisierend, wärmend und hemmend auf die Aktivität der Flimmerhaare in den Bronchien.

Aus der TCM

In der traditionellen chinesischen Medizin wird Eibisch auch bei Gastritis und bei Hautleiden verwendet.

Wechselwirkungen mit Insulin sind möglich.

Anwendung

Tee

Man sollte max. 6 g Eibisch pro Tag zu sich nehmen.

1-2 Teelöffel Eibischblätter (fein geschnitten) mit kaltem Wasser ansetzen, drei mal täglich 1 Tasse trinken.

Etwa 1 Teelöffel voll Eibischwurzel (fein zerschnitten) wird mit kaltem Wasser angesetzt und ca. 90 Min. unter häufigen Umrühren stehengelassen und dann abgeseiht. Mehrmals täglich 1 Tasse leicht erwärmten, aber frisch zubereiteten Tee trinken. Teemischungen mit Komponenten mit antimikrobieller Wirksamkeit (Isländische Flechte, Spitzwegerich) verzögern mikrobielles Wachstum in den auf diese Weise hergestellten Teegetränken über mehrere Stunden.

Tinktur

Die Eibischtinktur ist wie eine Wurzeltinktur anzusetzen. Das Rezept dazu findet ihr in dem Beitrag

Tinkturen – Die wichtigsten Rezepte für den Herbst

Die Tinktur 3x täglich mit einem Esslöffel Wasser verdünnt einnehmen.

Sirup

Der Eibischsirup kann direkt angewendet werden (empfohlene Tagesdosis ca. 30 g), er ist aber auch in verschiedenen Arzneispezialitäten enthalten. Eine beliebte Darreichungsform ist der in Apotheken erhältliche Eibischteig.

Anwendung in der Küche

Von den Römern wurde die Pflanze als Suppenkraut und zur Füllung von Spanferkeln verwendet und in Zeiten großer Hungersnot hat man die weiße  Wurzel auch als Nahrung verwendet. Sie wurde zuerst geschält, gekocht und dann meist gebraten. Nicht zu vergessen ist ein gutes Würzen, andernfalls schmecken sie fade. Zum trocknen eignet sich die Wurzel ebenso wie das Kraut, aber frühestens ab dem zweiten Jahr. Dazu wird die Wurzel im November ausgraben, gewaschen, geschält, klein geschnitten und schnell bei 60°C im Backofen gut getrocknet, andernfalls droht sie zu verschimmeln. Die jungen Blätter und Blüten können als Zugabe im Salat mitgegessen werden.

Wusstet ihr,

dass das ursprüngliche Marshmallow, dass wir aus Amerika kennen aus Eibisch hergestellt wurde? Wie wäre es mit meinem Kakao mit Marshmallows?

Abschließend

Und, habt ihr Lust auf mehr bekommen? Hier auf diesem Blog posten wir laufend Inhalte über Kräuterkunde, Hausmittel, Gesunde Rezepte, Brauchtum und alles rund um Heilkräuter. Falls ihr einen ersten Überblick über wichtige Basisrezepte finden wollt, könnt ihr dies im Blogbeitrag Grundrezepte für die Kräuterheilkunde nachlesen.

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