minze

Aus unserer Küche ist sie kaum mehr wegzudenken – die Minze. Es gibt unzählig viele Arten und man kann sie zum Würzen von Speisen, oder zum Verfeinern von Longdrinks verwenden. Oft gerät dabei in Vergessenheit, dass sie über tolle Heilwirkungen verfügt.

Die Minze – ein Alleskönner

Ursprünglich kam die Pfefferminze aus dem fernen Osten nach zu uns. Seit dem 17. Jahrhundert kommt sie bei verschiedensten Krankheiten zur Anwendung. Die Minze-Arten gehören zur Familie der Lippenblütler. Die Ackerminze ist fast in ganz Europa verbreitet. Die ‚echte Pfefferminze‘ hingegen wächst ausschließlich in Kulturen. Von anderen Minzen unterscheidet sich die Pfefferminze insbesondere durch ihren hohen Mentholgehalt und den an Pfeffer erinnernden Geschmack. Heilend wirken bei der Pflanze die Blätter, aus denen unter anderem auch  das Minzöl gewonnen wird.

Botanik

Es gibt unglaublich viele Minzarten, manche davon sind winterhart und manche nicht. Aktuell sind zirka 20 bis 30 Arten bekannt. Bei der guten alten Pfefferminze handelt es sich allerdings um eine Hybridpflanze. Hier ein paar Minzpflanzen im Überblick.

 

Der Vorteil der Minze ist, dass sie quasi ganzjährig geerntet werden kann und besonders in unseren Gefilden gut gedeiht.

Vorsicht sei nur vor der Poleiminze geboten, denn diese ist giftig und ähnelt dem Aussehen nach sehr der normalen Pfefferminze.

poleiminze

Poleiminze – giftig

Anwendung in der Kräuterheilkunde

In unseren Gefilden ist vor allem die Pfefferminze (Mentha x piperita) bewärt. Sie ist seit langem für ihre medizinischen Eigenschaften bekannt und wird in verschiedenen traditionellen und modernen Anwendungen genutzt. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Pfefferminze eine Reihe von gesundheitlichen Vorteilen bietet. Insbesondere hat das ätherische Öl der Pfefferminze, das reich an Menthol ist, eine nachgewiesene Wirkung bei der Linderung von gastrointestinalen Beschwerden. Eine Meta-Analyse von Ford et al. (2008) zeigte, dass Pfefferminzöl signifikant zur Reduktion der Symptome des Reizdarmsyndroms (RDS) beiträgt . Darüber hinaus wurden antimikrobielle Eigenschaften gegen eine Vielzahl von Krankheitserregern nachgewiesen, einschließlich E. coli und Staphylococcus aureus, was die Wirksamkeit der Pfefferminze in der Behandlung von Infektionen unterstreicht (McKay & Blumberg, 2006) . Pfefferminze wird auch häufig zur Linderung von Kopfschmerzen eingesetzt, wobei eine Studie von Gobel et al. (1996) feststellte, dass die topische Anwendung von Pfefferminzöl vergleichbare Effekte wie herkömmliche Kopfschmerzmedikamente aufweist . Diese Ergebnisse belegen das breite therapeutische Potenzial von Pfefferminze und unterstützen ihre Verwendung in der modernen Phytotherapie.

Äußerlich angewendet erleichtert reines Minzöl örtliche Schmerzen, wie Kopfweh und neuralgische Schmerzen.

Erfolge erzielt man auch bei Erkältungen, indem man Inhalationen mit dem ätherischen Pfefferminzöl durch. Personen, die oft an Kopfschmerzen leiden, sollten sich mit Pfefferminzöl oder Minzöl die Schläfen einreiben.

Auch bei Muskelschmerzen oder schweren Beinen durch zu langes Stehen oder Sport wirkt die Frische der Minze durch Einreibungen beispielsweise mit einer Rapsöl-Pfefferminzöl-Mischung. Diese wirkt erfrischen, kühlend und beruhigend.
Innerlich wirkt es ebenso schmerzstillend und krampflösend. Darüber hinaus löst das Minzöl mit seinen Nebenprodukten eine gallenfördernde Wirkung aus, bringt Gallensteinkoliken oder durch Gallengrieß verursachte Schmerzen zum Abklingen und Darmkrämpfe und Darmentzündungen. Dafür wird die Ackerminze verwendet. Ein frisch gemachter Pfefferminztee nach dem Essen hilft dabei gut.

Nebenwirkungen: Grundsätzlich ist Minze gut verträglich, in manchen Fällen wird von Reizen oder Allergien berichtet. Bitte mit Arzt/Ärztin vorher abklären.

Volksheilkunde

In der Volksheilkunde findet man darüber hinaus einen Tee gegen hohen Blutdruck und gegen unregelmäßige Herztätigkeit:100 g Pfefferminzblätter, 100 g Kamille, 50 g Schafgarbe, 50 g Anissamen, 50 g Fenchel und 50 g Kümmel. Von dieser Mischung nehme man 1 Teelöffel für 1 Tasse im Aufguss und trinke 2 bis 3 Tassen am Tage schluckweise. [Quelle, Willfort, S.383]

Pfefferminzöl

 

Rezepte

Minze konservieren

Minze kann man natürlich frisch konsumieren. Falls ihr zu viel Minze übrig habt, könnt ihr diese

  • kopfüber an einen warmen Ort trocknen oder
  • die Blätter einfrieren.

Pfefferminztee

  • Zutaten: 1-2 TL frische oder getrocknete Pfefferminzeblätter, 1 Tasse Wasser, Honig oder Zucker (optional)
  • Zubereitung: Wasser zum Kochen bringen. Pfefferminzeblätter hinzufügen und 5-10 Minuten ziehen lassen. Tee abseihen und nach Geschmack mit Honig oder Zucker süßen.
  • Anwendung: 1-2 Tassen pro Tag bei Erkältungen, Magen-Darm-Beschwerden, Nervosität und Schlafstörungen.

Pfefferminz-Dampfbad

  • Zutaten: 2-3 EL frische oder getrocknete Pfefferminzeblätter, 1 Liter heißes Wasser
  • Zubereitung: Die Pfefferminzeblätter in einem Topf mit heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Den Kopf über den Topf halten, ein Handtuch über den Kopf legen und den Dampf tief einatmen.
  • Anwendung: Bei Erkältungen, Schnupfen und Nebenhöhlenentzündung.

Pfefferminz-Tinktur

  • Zutaten: 50 g frische Pfefferminzeblätter, 250 ml Korn
  • Zubereitung: Die Pfefferminzeblätter waschen und klein schneiden. In ein Glas geben und mit Korn übergießen. Das Glas gut verschließen und an einem dunklen Ort 4 Wochen ziehen lassen. Die Tinktur abseihen und in dunklen Fläschchen aufbewahren.
  • Anwendung: Bei Nervosität, Unruhe und Schlafstörungen. 10-15 Tropfen Tinktur mit etwas Wasser verdünnt 1-2 mal täglich einnehmen.

Pfefferminz-Gesichtswasser

Zutaten: 2 EL getrocknete Pfefferminzeblätter, 250 ml Wasser
Zubereitung: Die Pfefferminzeblätter in einem Topf mit Wasser zum Kochen bringen und 10 Minuten köcheln lassen. Den Sud abkühlen lassen und durch ein Sieb filtern.
Anwendung: Bei unreiner Haut, Pickeln und Rötungen. Das Gesichtswasser morgens und abends auf die gereinigte Haut auftragen.

Minzöl herstellen

Das reine Minzöl unterscheidet sich dabei wesentlich vom ätherischen Minzöl in seiner heilenden Wirkung. Dieses Öl kann getrunken oder auch zur Massage verwendet werden.

Rezepte aus früheren Blogbeiträgen

Mundwasser  

Minzgel gegen Kopfschmerzen

Hilfsmittel gegen Schwangerschaftsübelkeit

Smoothie gegen Magen-/Darmüberreizung

  • 1-2 Handvoll Minze
  • 1/2 Apfel
  • 1/2 Lemone
  • 1 gefrorene Banane
  • 1 Handvoll Spinat
  • 200 ml Wasser

Ab damit in den Mixer. Schmeckt auch an besonders heißen Tagen voll lecker!

Quellen

  1. Ford, A. C., Talley, N. J., Spiegel, B. M., Foxx-Orenstein, A. E., Schiller, L., Quigley, E. M., & Moayyedi, P. (2008). “Effect of fibre, antispasmodics, and peppermint oil in the treatment of irritable bowel syndrome: systematic review and meta-analysis”. BMJ, 337, a2313.
  2. McKay, D. L., & Blumberg, J. B. (2006). “A review of the bioactivity and potential health benefits of peppermint tea (Mentha piperita L.)”. Phytotherapy Research, 20(8), 619-633.
  3. Göbel, H., Heinze, A., Heinze-Kuhn, K., & Dworschak, M. (1996). “Therapeutic use of peppermint oil in irritable bowel syndrome, migraine and tension-type headache”. Phytomedicine, 3(1), 91-95.
  4. Willfort, R. (1959). Gesundheit durch Heilkräuter, Trauner.

 

Abschließend

Und, habt ihr Lust auf mehr bekommen? Hier auf diesem Blog posten wir laufend Inhalte über Kräuterkunde, Hausmittel, Gesunde Rezepte, Brauchtum und alles rund um Heilkräuter. Bitte beachtet, dass es Pflanzen gibt, die in manchen Regionen unter Naturschutz stehen und daher nicht gesammelt werden dürfen. Falls ihr einen ersten Überblick über wichtige Basisrezepte finden wollt, könnt ihr dies im Blogbeitrag Grundrezepte für die Kräuterheilkunde nachlesen.

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