HeidekrautHeidekraut prägt nicht nur die Landschaft auf Almen und Weiden. Es hat auch eine vorzügliche Wirkung bei Rheuma, Gicht oder Problemen mit der Haut. Es gibt ein paar tolle Rezeptideen.

Heidekraut – Erika – Besenkraut

Botanik

In meinem heutigen Beitrag möchte ich mich einer alten Kulturpflanze, dem Heidekraut, widmen. Die Pflanze wird im Volksmund auch Erika, Kuhheide oder Besenkraut genannt und ist in unseren Gefilden eine alte traditionelle Heilpflanze. Darüber hinaus findet man sie in Mooren, lichten Wäldern und Dünen.

Die Pflanze blüht in den Spätsommer- und Herbstmonaten und wird bis zu einem Meter groß. Das ist auch die Zeit, in der man die Pflanzen sammelt. Heidekraut kann man auch selbst pflanzen. Ich selbst beziehe die Pflanze über den Fachhandel.

 

Wirkstoffe und Anwendungen in der Volksmedizin

Das Heilkraut enthält eine Vielzahl von wichtigen Inhaltsstoffen, wie unterschiedlichste Enzyme, Saponie und Arbutin uvm. sowie Mineral- und Gerbstoffe. Das Kraut selbst kann innerlich und äußerlich angewendet werden.

Rheuma, Gicht, Schmerzen

Das Heilkraut ist in erster Linien wegen seiner schmerzlindernden Wirkung bekannt. Dazu badet man in einem Aufguss von Heidekraut.

Und so funktioniert es:

  • Einen Liter Wasser zum Kochen bringen und danach auf 80 Grad abkühlen lassen.
  • 4 Esslöffel Heidekraut überbrühen und mindestens 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen.
  • Badewasser einlassen.
  • Nach der Ziehzeit den Kräuteraufguss umrühren und abseihen. Kräuteraufguss zum Badewasser gießen.
  • Das Bad sollte nicht länger als 20 Minuten dauern.

Weiter unten im Beitrag bekommt ihr noch ein Rezept für ein tolles Badeöl mit Heidekraut.

Blasen- und Nierensteine, Stoffwechselprobleme und Harnwegsinfektionen

In der traditionellen Kräuterheilkunde wird das Kraut auch bei Blasen- und Nierensteinen, Stoffwechselprobleme und Harnwegsinfektionen eingesetzt. Dazu empfiehlt sich der Konsum als Tee.

Tee: dazu verwendet man 2 TL des Krautes oder der Blüten übergießt diese mit 250 ml kochendem Wasser und lässt diesen dann 10 Min. ziehen. Man sollte nicht mehr als max. 3 Tassen täglich von dem Tee trinken.

Entspannend, beruhigend, gegen Schlaflosigkeit

Heidekraut wirkt darüber hinaus entspannend, beruhigend und gegen Schlaflosigkeit auch dafür eignet sich der Konsum als Tee.

Für all jene, die sich für Bachblüten interessieren, gibt es die Bachblüte Nr. 14, Heather. Dr. Bach empfiehlt die Pflanze, um das Bedürfnis zu reduzieren, immer im Mittelpunkt stehen zu wollen. Das Mittel bewirkt, dass man menschenfreundlicher wird und auch mal einen Schritt zurückmacht in die zweite Reihe. Empathie und Verständnis sollen dadurch verstärkt werden. [1]

 

Heidekrauttinktur

Eine Tinktur innerlich angewendet findet tolle Heilwirkungen.

Schmerzstillend: Rheuma, Gicht, Arthritis

Keimtötend: Blasenentzündung und Nierenentzündung

Blutreinigend

Rezept zur Herstellung einer Heidekrauttinkur

  • Generell benötigt ihr zur Herstellung von Tinkturen Alkohol. Es empfiehlt sich 70 – 90 %igen Alkohol aus der Apotheke oder hochwertigen Schnaps, Weingeist oder Korn zu besorgen.
  • Wenn ihr die Tinktur ohne Alkohol herstellen möchtet, verwendet dafür Apfelessig. Am besten einen den man selbst hergestellt hat. Hier könnt ihr mein Apfelessigrezept dazu nachlesen.
  • Füllt die Gläser (am besten sind weithalsige) mit dem Heidekraut auf und danach
  • gießt nun mindestens so viel Alkohol darüber, dass das Heidekraut vollkommen bedeckt ist und höchstens so viel, dass man die Tinktur anschließend noch gut schütteln kann.
  • Verschließt das Glas und stellt es an einem sonnigen, warmen Platz.
  • Wartet 8 Tage bis 6 Wochen (Je länger sie steht, desto stärker wird sie.)
  • Am besten lasst die Tinktur durch einen Filter (Kaffeefilter) laufen und füllt den verbleibenden Alkohol in kleine Dunkelglasfläschchen mit Tropfeinsatz oder Pipette.

Beschriftet darüber hinaus die Fläschchen sorgfältig mit dem Namen der Tinktur und dem Herstellungsdatum.

Von der fertigen Tinktur kannst du dann z.B. 3 mal täglich 1-2 Teelöffel voll bzw. 20-60 Tropfen einnehmen.

Herstellung eines Badesöls aus Heidekraut

Ölauszug

Hier auf der Kräuterhexe – Schnu1.com habe ich schon öfter über die Herstellung von Kräuterölen berichtet. Um diese Öl herzustellen, verwende ich folgende Methode:

  • Heidekraut in ein hitzebeständiges Glas (z. B. ein Rex-Glas, oder Topf) geben und mit Öl übergießen. Das Heidekraut – Öl Verhältnis beträgt 1: 20 (10 Gramm Heidekraut auf 200 ml Öl). Als Öl habe ich dieses Mal Distelöl verwendet. Ihr könnt aber auch jedes andere hochwertige Öl, wie z. B. Olivenöl oder Mandelöl dafür verwenden.
  • Einen kleinen Topf mit ungefähr drei bis vier Zentimetern Wasser befüllen und auf maximal 40 Grad Celsius erwärmen. Am besten ihr verwendet dafür einen Bratenthermometer.
  • Im Wasserbad das Kräuter – Öl – Gemisch zirka 1 – 2 Stunden ziehen lassen und dann auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.
  • Das Öl gut verschließen und 5 Tage nachreifen lassen.
  • Danach das Öl abseihen und in eine dunkle Glasflasche füllen.

Für die Zubereitung des Badeöls benötigt ihr dann

  • 100 ml Heidekraut öl
  • 150 ml einen Emulgator (Milch oder Sahne. Als vegane Alternative könnt ihr Soja-, Mandel- oder Hafermilch verwenden.)

Auch dieses Bad wirkt besonders gut, gegen Schmerzen.

Abschließend

Und, habt ihr Lust auf mehr bekommen? Hier auf diesem Blog posten wir laufend Inhalte über Kräuterkunde, Hausmittel, Gesunde Rezepte, Brauchtum und alles rund um Heilkräuter. Bitte beachtet, dass es Pflanzen gibt, die in manchen Regionen unter Naturschutz stehen und daher nicht gesammelt werden dürfen. Falls ihr einen ersten Überblick über wichtige Basisrezepte finden wollt, könnt ihr dies im Blogbeitrag Grundrezepte für die Kräuterheilkunde nachlesen.

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