
Die Wirkung des Flieders
Ein bisschen Magie…
Der Legende nach vertreibt Flieder das Böse, überall, wo er gepflanzt wird. Er sorgt für Schutz vor allem Übel und bösen Geistern.
Botanik
Der Flieder gehört zu den Ölbaumgewächsen und umfasst rund 20 bis 25 verschiedene Arten. Seine Blütezeit ist von April bis Juni und es gibt ihn in unterschiedlichen Farben von rosa, lila, violett, gelb über weiß. Man erkennt ihn an seinen intensiven Geruch der Blüten. Nicht zu verwechseln ist er mit dem Sommerflieder der über die Monate Juli und August blüht. Flieder ist ein sommergrüner Strauch, der mit der Zeit zu einem Strauch, in seltenen Fällen zu einem kleinen Baum, heranwächst. Seine Größe variiert je nach Art. Er bevorzugt kalkarme und etwas feuchte Böden. Wichtig: Nur echten, ungespritzten Gemeinen Flieder (Syringa vulgaris) verwenden, nicht Schmetterlingsflieder. Innerlich nicht für Kinder, Schwangere und Stillende; bei Übelkeit, Bauchschmerzen oder Unverträglichkeit absetzen.
HEILWIRKUNG
In der Volksheilkunde galt Flieder als schweißtreibend, fiebersenkend, verdauungsanregend und entzündungshemmend. Besonders die bitter schmeckenden Pflanzenteile wurden früher bei Fieber, Erkältungsbeschwerden, Verdauungsproblemen, rheumatischen Beschwerden und Gicht eingesetzt.
Verdauung
Fliederblüten als Tee getrunken stärken die Verdauung. Obwohl die Blüten wunderbar duften, ist der Tee meist bitter. Die enthaltenen Bitterstoffe unterstützen und stärken die Verdauung und wirkt gegen Durchfall und Blähungen.
Fieber und Erkältungsbeschwerden
Gegen Fieber trinkt man den Tee aus getrockneten Fliederblättern. Dazu verwendet man einen Teelöffel der pro Tasse Tee.
Rheuma, Gicht, Ischias
Setzt man ihn in einem Ölauszug an, so kann man damit gut rheumatische oder von Gicht betroffene Stellen massieren. Neben seinen heilenden Wirkungen kann man ihn auch noch kulinarisch einsetzen.
Die Blätter und die Rinde enthalten deutlich mehr Bitterstoffe und wurden traditionell stärker mit fiebersenkenden und schweißtreibenden Anwendungen verbunden. Gerade diese Pflanzenteile sollten aber vorsichtig dosiert werden, da sie sehr bitter sind und empfindliche Menschen mit Magen-Darm-Beschwerden reagieren können.
1. Fliedersirup
Hier geht’s zur Videoanleitung:
Fliedersirup schmeckt super in Mineralwasser, oder Prosecco :-) und ist relativ einfach zubereitet.
Zur Herstellung des Sirups benötigst du:
- 12 frische Fliederdolden
- 1,5 L Wasser
- 600 g Sirupzucker (Statt Sirupzucker kann man auch normalen Haushaltszucker verwenden. Gerne auch weniger Zucker verwenden.)
- 1 Bio-Lemone
Anleitung
Flieder könnt ihr in Gärten, Parks oder in der Au manchmal auch in Weinbergen sammeln. Verwendet auf jeden Fall dazu eine Gartenzange, den die Stiele sind ziemlich hart.
1. Die Rispen waschen und in den Behälter geben.
2. Bio-Lemonen auch waschen und in Scheiben schneiden.
3. Zucker dazugeben und ordentlich vermengen.
4. Am Schluss mit Wasser aufgießen. Noch einmal gut durchrühren und für 4 Tage verschlossen an einen kühlen Ort stellen. Bei uns kam der Behälter in den Keller.
5. Nach der Stehzeit den Sirup durch ein feines Sieb, in einen Topf laufen lassen. Alles einmal kurz, 2-3 Minuten, aufkochen. Dann in saubere Flaschen füllen, erkalten lassen.
6. Die Flaschen gut verschließen und lagern. Oder eben sofort mit aufgespritzt mit Wasser oder Prosecco genießen.
Prost!
*Nachtrag Allergie
Für alle, die auch allergiebedingt bestimmte Schätze der Natur meiden müssen, können HIER nachlesen, was man in kleinen Schritten auf natürliche Weise dagegen tun kann.
ANWENDUNGEN
2. Tee
- Die Blüten werden als Tee konsumiert, um die Verdauung zu stärken. Man verwendet ein bis zwei Teelöffel der getrockneten Blüten pro Tasse Wasser und lässt sie fünf Minuten ziehen. Täglich werden zwei bis drei Tassen empfohlen, obwohl der Tee trotz des lieblichen Dufts bitter schmeckt.
- Für Fieber trinkt man täglich zwei bis drei Tassen Tee aus den Blättern. Pro Tasse Tee reicht ein knapper Teelöffel der getrockneten Blätter, jedoch ist auch dieser Tee sehr bitter.
- Die Rinde kann ebenfalls für einen Tee gegen Fieber verwendet werden, die Zubereitung erfolgt wie bei den Blättern.
- Die Früchte können zur Zubereitung eines Tees gegen Verdauungsbeschwerden und Schluckauf genutzt werden.
- Für äußerliche Anwendungen helfen Bäder mit Tee aus den Blättern, Blüten oder Rinde des Flieders gegen rheumatische Schmerzen und Gichtattacken. Ein Ölauszug mit den getrockneten Fliederblüten kann ebenfalls hergestellt werden und als Einreibung gegen rheumatische Schmerzen verwendet werden.
3. Fliederkompresse bei Verspannungen
Beruhigt Nerven und löst Muskelkrämpfe, besonders im Nackenbereich.
- 1 Handvoll frische Fliederblüten
- 250 ml heißes Wasser
- Baumwolltuch
Blüten mit heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen. Tuch darin tränken, auswringen und auf verspannte Stellen legen. 15–20 Minuten entspannen.
4. Fliederblüten-Badezusatz
Ein duftendes Entspannungsbad bei Stress, Muskelverspannungen oder innerer Unruhe.
- 2 Handvoll frische Fliederblüten
- 1 Liter heißes Wasser
- Ein kleines Baumwollsäckchen oder Sieb
Die Blüten mit dem heißen Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen. In ein Säckchen geben oder abseihen und ins Badewasser geben. 20 Minuten baden und tief durchatmen.
5. Fliederblüten-Honigwickel gegen Gelenkschmerzen
Wohltuend bei Rheuma, Gicht oder Arthrose.
- 1 EL Fliederblüten (frisch oder leicht getrocknet)
- 2 EL Honig
- Mullbinde oder Tuch
Blüten leicht zerdrücken, mit Honig vermengen und auf ein Tuch streichen. Auf das betroffene Gelenk legen, mit Mull fixieren und 20–30 Minuten einwirken lassen.
6. Fliederblüten-Salz zur Hautpflege
Ein sanftes Peeling bei trockener oder gereizter Haut.
-
3 EL grobes Meersalz
-
1 EL frische, zerkleinerte Fliederblüten
-
1 TL Kokosfett oder Sheabutter
Alles vermischen und auf feuchter Haut sanft einmassieren. Danach mit warmem Wasser abspülen. Fördert die Durchblutung und pflegt die Haut.
7. Fliederblüten-Ölauszug bei verspannten Muskeln
Rezept
30 g leicht angetrocknete Fliederblüten
250 ml Mandelöl oder Olivenöl
1 sauberes Schraubglas, 300 ml
Optional: 5 Tropfen Vitamin-E-Öl zur besseren Oxidationsstabilität
Zubereitung
Die Blüten nach dem Sammeln 12 bis 24 Stunden antrocknen lassen, damit weniger Feuchtigkeit ins Öl gelangt. In ein sauberes Glas geben, mit Öl bedecken und gut verschließen. 2 bis 3 Wochen an einem warmen, hellen Ort ziehen lassen, täglich sanft schwenken. Danach durch ein feines Tuch abseihen und in eine dunkle Flasche füllen.
Anwendung
Bei Verspannungen, müden Muskeln oder rheumatisch anmutenden Beschwerden äußerlich einmassieren. Nicht auf offene Hautstellen geben. Haltbarkeit: etwa 3 bis 6 Monate, kühl und dunkel gelagert. Wenn das Öl ranzig riecht oder sich Schimmel bildet, entsorgen.
8. Fliederbalsam für Gelenke und Nacken
Rezept
100 ml Fliederblüten-Ölauszug
10 g Bienenwachs
5 g Sheabutter
Optional: 3 Tropfen Lavendelöl
Zubereitung
Ölauszug, Bienenwachs und Sheabutter im Wasserbad langsam erwärmen, bis alles geschmolzen ist. Gut verrühren und in saubere Salbendöschen füllen. Erst verschließen, wenn der Balsam vollständig abgekühlt ist.
Anwendung
Dünn auf Nacken, Schultern, Knie oder Hände auftragen und sanft einmassieren. Besonders angenehm nach körperlicher Belastung oder bei Wetterfühligkeit. Haltbarkeit: etwa 6 Monate, kühl und dunkel gelagert. Bei verändertem Geruch oder Konsistenz nicht mehr verwenden.
9. Flieder-Essig-Einreibung für schwere Beine
Rezept
2 Handvoll frische Fliederblüten, etwa 40 g
300 ml naturtrüber Apfelessig
1 Schraubglas, 500 ml
Zubereitung
Fliederblüten locker in ein Glas geben und mit Apfelessig übergießen. 10 bis 14 Tage ziehen lassen, täglich schwenken. Danach abseihen und in eine saubere Flasche füllen.
Anwendung
1 Esslöffel Fliederessig mit 3 Esslöffeln Wasser verdünnen und damit schwere Beine oder müde Füße einreiben. Nicht auf frisch rasierte, gereizte oder verletzte Haut geben. Haltbarkeit: etwa 6 Monate. Der Essig sollte kühl und dunkel gelagert werden.
10. Flieder-Fußbad bei müden Füßen
Rezept
2 Handvoll frische Fliederblüten oder 3 Esslöffel getrocknete Blüten
1 Liter heißes Wasser
1 Esslöffel Meersalz
Optional: 1 Teelöffel Honig
Zubereitung
Fliederblüten mit heißem Wasser übergießen und 15 Minuten ziehen lassen. Abseihen, in eine Fußbadewanne geben und mit warmem Wasser auf etwa 3 Liter auffüllen. Salz einrühren.
Anwendung
Die Füße 15 bis 20 Minuten baden. Danach gut abtrocknen und warm halten. Gut bei müden Füßen, innerer Unruhe und nach langen Tagen. Haltbarkeit: frisch anwenden, nicht aufbewahren.
11. Fliederblüten-Kompresse bei Kopfdruck und Stirnspannung
Rezept
1 Esslöffel getrocknete Fliederblüten oder 2 Esslöffel frische Blüten
250 ml heißes Wasser
1 Baumwolltuch
Zubereitung
Blüten mit heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Den Auszug lauwarm abkühlen lassen.
Anwendung
Ein Tuch im Auszug tränken, leicht ausdrücken und auf Stirn oder Nacken legen. 10 bis 15 Minuten ruhen. Nicht anwenden, wenn Wärme oder Duft Kopfschmerzen verstärken. Haltbarkeit: frisch verwenden; maximal 24 Stunden im Kühlschrank aufbewahren.
12. Fliederblüten-Honigauflage für raue Hautstellen
Rezept
1 Esslöffel frische Fliederblüten
2 Esslöffel Honig
1 Teelöffel Mandelöl
1 kleines Baumwolltuch
Zubereitung
Fliederblüten fein hacken oder leicht mörsern. Mit Honig und Mandelöl vermischen. Die Mischung auf ein Tuch streichen.
Anwendung
Auf raue Hände, Ellenbogen oder trockene Hautstellen legen und 15 Minuten einwirken lassen. Danach mit lauwarmem Wasser abnehmen. Nicht auf offene Wunden geben. Haltbarkeit: frisch verwenden, nicht lagern.
13. Fliederblüten-Hautwasser für unreine oder müde Haut
Rezept
2 Esslöffel frische Fliederblüten
200 ml abgekochtes, heißes Wasser
1 Teelöffel Apfelessig
Zubereitung
Blüten mit heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Abseihen, vollständig abkühlen lassen und Apfelessig einrühren. In eine saubere Flasche füllen.
Anwendung
Morgens oder abends mit einem Wattepad auf die gereinigte Haut tupfen. Augenpartie aussparen. Bei empfindlicher Haut zuerst an einer kleinen Stelle testen. Haltbarkeit: 3 Tage im Kühlschrank.
14. Fliederblüten-Kräuterbad bei innerer Unruhe
Rezept
2 Handvoll frische Fliederblüten
1 Handvoll Melissenblätter
1 Handvoll Lavendelblüten
1 Liter heißes Wasser
1 Baumwollsäckchen oder Sieb
Zubereitung
Kräuter mit heißem Wasser übergießen und 15 Minuten ziehen lassen. Abseihen und den Auszug ins Badewasser geben. Alternativ die Kräuter in ein Baumwollsäckchen geben und direkt mit ins Bad legen.
Anwendung
15 bis 20 Minuten baden. Danach ruhen und warm halten. Nicht zu heiß baden, besonders bei Kreislaufproblemen. Haltbarkeit: frisch verwenden, nicht aufbewahren.
15. Fliederblüten-Tinktur zur äußerlichen Einreibung
Rezept
20 g frische Fliederblüten
100 ml Alkohol, etwa 40 Volumenprozent, zum Beispiel Wodka
1 kleines Schraubglas
Dunkle Tropfflasche
Zubereitung
Blüten in ein Glas geben und mit Alkohol übergießen. 2 Wochen ziehen lassen, täglich schwenken. Danach durch einen Kaffeefilter oder ein feines Tuch abseihen und in eine dunkle Flasche füllen.
Anwendung
Nur äußerlich verwenden. Für Einreibungen 1 Teelöffel Tinktur mit 1 Esslöffel Wasser verdünnen und bei verspannten Muskeln oder müden Gelenken auftragen. Nicht auf Schleimhäute, offene Haut oder bei sehr empfindlicher Haut anwenden. Haltbarkeit: etwa 1 Jahr, dunkel und kühl gelagert.
Abschließend
Und, habt ihr Lust auf mehr bekommen? Hier auf diesem Blog posten wir laufend Inhalte über Kräuterkunde, Hausmittel, Gesunde Rezepte, Brauchtum und alles rund um Heilkräuter. Bitte beachtet, dass es Pflanzen gibt, die in manchen Regionen unter Naturschutz stehen und daher nicht gesammelt werden dürfen. Falls ihr einen ersten Überblick über wichtige Basisrezepte finden wollt, könnt ihr dies im Blogbeitrag Grundrezepte für die Kräuterheilkunde nachlesen.
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dankeschön für die gute Erklärung angenommen und geteilt auf meiner Seite http://www.facebook.com/britta.banowski
Danke!
Geniale Idee,
das muss ich mir merken, ist der auch Fieber senkend?
Gruß Lisa
Ja, in der Naturheilkunde schon.
Aus den Fliederblüten, OHNE DAS GRÜN, lässt sich auch ein herrlicher Gelee herstellen. Wenn man den dunkelvioletten Flieder nimmt, hat der Gelee eine wunderschöne Farbe, wie ein Amethyst. Und das Grün muss weg, damit es nicht bitter schmeckt. Es ist zwar eine ziemliche Fummelarbeit, aber das Ergebnis ist es wert. Ich habe immer Gelierzucker 2:1 genommen, damit es nicht zu süss ist. Setzt die Blüten an wie für den Sirup. Und sie dürfen auch im Gelee drin bleiben, das sieht sehr schön aus. Falls noch jemand Fragen hat, hier ist meine Email Adresse: [email protected].