
Im August hat der Sommer seinen Höhepunkt erreicht – und mit ihm zeigen sich viele bekannte Heilpflanzen von ihrer kräftigsten Seite. Jetzt ist die perfekte Zeit, um mit einfachen Hausmitteln die Erntezeit zu nutzen und sich auf die kühlere Jahreszeit vorzubereiten.
Welche Heilkräuterrezepte gibt es für den August?
Viele Heilkräuter, die man im Juli verarbeiten konnte, kann man auch noch August weiterverarbeiten. Nachlesen könnt ihr diese in meinem Blogbeitrag “Rezepte für den Juli – 6 Heilkräuterrezepte aus der Sommernatur”. Aber es gibt natürlich auch neue, wie zum Beispiel Löwenzahnwurzel oder Brennnesselsamen, die jetzt Saison haben. Eine vollständige Liste mit Wildkräutern, die man im August sammeln kann findet hier “Wildkräuter im August sammeln“.
Die Rezepte, die ich euch hier in diesem Artikel vorstelle sind einfach gemacht und für jedermann/jederfrau ganz simple herzustellen.
11 Heilkräuter im August
1. Pfefferminze
Pfefferminze kann im August noch einmal geerntet werden, sofern die Blätter gesund und aromatisch sind. Geschnitten werden die oberen Triebe an einem trockenen Vormittag. Pfefferminzblätter werden traditionell bei leichten Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Völlegefühl verwendet. Bei Sodbrennen kann Minze jedoch unangenehm sein.
2. Zitronenmelisse
Nach einem Rückschnitt treibt Zitronenmelisse häufig frisch nach. Die jungen Blätter duften intensiv, bevor sich neue Blüten öffnen. Melisse wird traditionell bei leichter Unruhe, zur Unterstützung des Schlafs und bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Für den Vorrat sollte sie rasch und schattig getrocknet werden.
3. Salbei
Salbei bildet im Hochsommer kräftige, aromatische Blätter. Gesammelt werden saubere Blätter, die dünn ausgelegt trocknen. Traditionell wird Salbei für Mund und Rachen, bei leichten Verdauungsbeschwerden und bei übermäßigem Schwitzen genutzt. Hoch konzentriertes Salbeiöl gehört wegen seines Thujongehalts nicht in selbst gemischte Hausmittel.
4. Hopfen
Gegen Ende August werden die weiblichen Hopfenzapfen erntereif. Sie sollten papierartig, elastisch und würzig riechen; braune oder feuchte Zapfen bleiben an der Pflanze. Hopfen wird traditionell bei leichter innerer Unruhe und als Einschlafhilfe verwendet. Die beruhigende Wirkung kann die Aufmerksamkeit beeinträchtigen.
5. Brennnesselsamen
Im August hängen an weiblichen Brennnesseln reife Samenstände. Geerntet werden trockene Rispen mit Handschuhen. Die Samen werden traditionell als kräftigendes Lebensmittel genutzt und schmecken nussig. Ihre medizinische Wirkung ist weniger gut belegt als jene von Brennnesselblättern oder Brennnesselkraut. Deshalb sollten sie vor allem als saisonale Küchenzutat gelten.
6. Heidelbeere
Wilde Heidelbeeren reifen je nach Höhenlage bis in den August. Gesammelt werden nur eindeutig bestimmte, tiefblaue Früchte. Frische Heidelbeeren sind ein wertvolles Lebensmittel; getrocknete Früchte werden traditionell bei leichtem Durchfall und äußerlich für Mund und Rachen verwendet. Frische und getrocknete Beeren sind dabei nicht austauschbar.
7. Brombeere
Im August sind Brombeeren reif. Neben den Früchten können junge, gesunde Blätter gesammelt werden. Die Früchte eignen sich für die Vorratsküche, während Brombeerblätter wegen ihrer Gerbstoffe traditionell als zusammenziehendes Hausmittel genutzt werden. Feste Kleidung schützt beim Pflücken vor Dornen.
8. Kapuzinerkresse
Kapuzinerkresse liefert bis zum Herbst Blätter, Blüten und junge Samen. Ihr scharfer Geschmack stammt von Senfölglykosiden. Sie eignet sich als würzige Küchenpflanze, sollte aber nicht in großen Mengen oder über längere Zeit verwendet werden. Bei empfindlichem Magen oder Nierenerkrankungen ist Zurückhaltung sinnvoll.
9. Sanddorn
Die orangefarbenen Sanddornbeeren beginnen regional bereits im August zu reifen. Sie enthalten Vitamin C, Carotinoide und Fruchtsäuren. Sanddorn ist vor allem ein Lebensmittel und kein Ersatz für eine Behandlung. Wegen der Dornen wird mit Handschuhen geerntet. Die empfindlichen Beeren sollten rasch verarbeitet oder eingefroren werden.
10. Wermut
Wermut wird im Sommer kurz vor oder während der Blüte geerntet. Sein Kraut schmeckt sehr bitter und wird traditionell bei Appetitlosigkeit und leichten Verdauungsbeschwerden verwendet. Wegen des enthaltenen Thujons ist Wermut nur sparsam und nicht dauerhaft zu verwenden. In Schwangerschaft und Stillzeit wird darauf verzichtet.
Buchtipp
Rezepte einfach und simple
1. Brennnesselsamen (Urtica dioica)
– Mineralstoffbombe für Haare, Energie und HormoneIm August beginnt die Hauptsammelzeit für Brennnesselsamen. Sie gelten als tonisierend und vitalisierend – vor allem für Frauen in der zweiten Lebenshälfte. Zum Pflanzenportrait der Brennnessel.
Brennnesselsamen-Pulver als täglicher Energiespender
- Reife Samen von weiblichen Pflanzen
- Auf einem Tuch trocknen, dann im Mörser oder Mixer mahlen
Anwendung: Täglich 1 TL über Müsli, Joghurt oder Suppe – reich an Eisen, Eiweiß, Zink und pflanzlichen Hormonen.
2. Melisse (Melissa officinalis)
– Für Nerven, Schlaf und Verdauung
Zitronenmelisse gehört zu den beliebtesten Heilpflanzen im Garten. Ihre Blätter enthalten ätherische Öle, die beruhigend, entblähend und ausgleichend wirken. Zum Pflanzenportrait der Zitronenmelisse.
Melissen-Oxymel zur Beruhigung
- 1 Teil frische Melissenblätter
- 1 Teil Apfelessig
- 1 Teil Honig
Alles in ein sauberes Glas geben und zwei Wochen kühl ziehen lassen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche füllen.
Anwendung: 1 TL in Wasser am Abend, bei Unruhe, innerer Anspannung oder zur Einschlafhilfe.
3. Pfefferminz-Kühlkompresse, bei starker Hitze
- Zutaten: 1 Handvoll frische Pfefferminze, 500 ml heißes Wasser und ein sauberes Tuch.
- Zubereitung: Die Blätter mit dem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen und anschließend vollständig abkühlen lassen.
- Anwendung: Das Tuch tränken und kurz auf Nacken oder Beine legen. Nicht auf verletzter Haut anwenden.
4. Salbei-Fußpuder, gegen schwitzende Füsse
- Zutaten: 2 Esslöffel fein gemahlene, getrocknete Salbeiblätter und 4 Esslöffel Maisstärke.
- Zubereitung: Beide Zutaten gründlich vermischen und in ein trockenes Streugefäß füllen.
- Anwendung: Sparsam auf saubere, trockene und unverletzte Füße geben.
5. Brennnesselsamen-Kräutersalz
- Zutaten: 2 Esslöffel vollständig getrocknete Brennnesselsamen und 100 g grobes Salz.
- Zubereitung: Die Samen kurz ohne Fett anrösten, abkühlen lassen und mit dem Salz mahlen.
- Anwendung: Sparsam über Gemüse, Brot oder Erdäpfel streuen.
6. Heidelbeer-Fruchtleder, lecker zum Snacken
- Zutaten: 250 g Heidelbeeren, 1 süßer Apfel und etwas Zitronensaft.
- Zubereitung: Alles fein pürieren, dünn auf Backpapier streichen und bei etwa 60 Grad mehrere Stunden trocknen, bis die Masse lederartig ist.
- Anwendung: In Streifen schneiden und luftdicht aufbewahren.
7. Brombeer-Essig
- Zutaten: 150 g reife Brombeeren und 300 ml Apfelessig.
- Zubereitung: Die Beeren leicht zerdrücken, mit Essig bedecken und zwei Wochen dunkel ziehen lassen.
- Anwendung: Abseihen und für Salatdressings oder Marinaden verwenden.
8. Kapuzinerkresse-Würzessig
- Zutaten: 1 Handvoll Blätter und Blüten sowie 250 ml Apfelessig.
- Zubereitung: Die Pflanzenteile grob schneiden, mit Essig bedecken und zehn Tage ziehen lassen.
- Anwendung: Abseihen und sparsam in der Küche einsetzen.
9. Sanddorn-Honig, Vitaminbome für eine gute Immunabwehr
- Zutaten: 100 g Sanddornbeeren und 200 g Honig.
- Zubereitung: Die Beeren zerdrücken, mit dem Honig vermischen und im Kühlschrank lagern.
- Anwendung: Innerhalb von fünf Tagen verbrauchen und nur mit einem sauberen Löffel entnehmen. Honig ist für Kinder unter einem Jahr ungeeignet.
10. Wermut-Fußbad
- Zutaten: 1 Esslöffel getrocknetes Wermutkraut, 500 ml heißes Wasser und eine Schüssel mit warmem Wasser.
- Zubereitung: Das Kraut übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, sorgfältig abseihen und zum Fußbad geben.
- Anwendung: Die Füße etwa 10 Minuten baden. Nicht auf verletzter oder stark gereizter Haut anwenden.
11. Hopfen-Abendbad, gegen einen stressigen Tag
- Zutaten: 2 Esslöffel getrocknete Hopfenzapfen, 2 Esslöffel Haferflocken und ein Baumwollsäckchen.
- Zubereitung: Die Zutaten in das Säckchen füllen und gut verschließen.
- Anwendung: Ins warme Badewasser legen, etwa 15 Minuten baden und danach Ruhe einplanen.
Abschließend
Und, habt ihr Lust auf mehr bekommen? Hier auf diesem Blog posten wir laufend Inhalte über Kräuterkunde, Hausmittel, Gesunde Rezepte, Brauchtum und alles rund um Heilkräuter. Bitte beachtet, dass es Pflanzen gibt, die in manchen Regionen unter Naturschutz stehen und daher nicht gesammelt werden dürfen. Falls ihr einen ersten Überblick über wichtige Basisrezepte finden wollt, könnt ihr dies im Blogbeitrag Grundrezepte für die Kräuterheilkunde nachlesen.
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Pflanzen, wie die Königskerze sollten man nicht erhitzen, sondern nur kalt ausziehen, damit man die Schleimstoffe nicht zerstört