Tinkturen

Welche Heilkräuter kann man im September sammeln und verarbeiten?

Im September verwandelt sich die Natur: Die Tage werden kürzer, die ersten Blätter verfärben sich und viele Heilpflanzen erreichen ihre volle Reife. Genau jetzt ist die richtige Zeit, um Heilkräuter im September zu sammeln und zu verarbeiten. Ob Hagebutten, Holunderbeeren, Schafgarbe, Spitzwegerich, Thymian oder Rosskastanie – sie alle lassen sich zu wertvollen Hausmitteln für Herbst und Winter verwandeln. Mit einfachen Rezepten kannst du dein Immunsystem stärken, Erkältungen vorbeugen und deine Hausapotheke mit natürlichen Heilmitteln füllen.

Welche Heilkräuterrezepte/Hausmittel gibt es für den September?

Viele Sommerkräuter verabschieden sich langsam, doch es treten neue Kräuter und Früchte in den Vordergrund. Besonders Hagebutten, Schafgarbe, Holunderbeeren, Thymian, Rosskastanie und Spitzwegerich haben jetzt Hochsaison und lassen sich vielseitig verarbeiten. Hier findet ihr eine einfache Liste mit den Kräutern, die man im September verarbeiten kann. Kräutersammelkalender September.

 

Die folgenden Rezepte sind einfach und für jeden Haushalt geeignet – so kannst du dir mit wenig Aufwand natürliche Hausmittel für Herbst und Winter sichern.

1. Hagebutten-Oxymel zur Stärkung

Zutaten:

  • 1 Teil frische oder getrocknete Hagebuttenschalen

  • 1 Teil Honig

  • 1 Teil Apfelessig

Zubereitung: Alles in ein Glas geben, 2–3 Wochen ziehen lassen, abseihen.
Anwendung: 1 TL in Wasser eingerührt – stärkt Immunsystem und Kreislauf.

2. Hagebuttentee für starke Abwehrkräfte

Sammelzeit: Ab September, wenn die Früchte leuchtend rot sind.

  • 2 EL getrocknete, zerkleinerte Hagebuttenschalen mit 250 ml heißem Wasser übergießen.

  • 10–15 Minuten ziehen lassen, abseihen.
    Anwendung: Vitamin-C-reicher Tee für die Abwehrkräfte, besonders in der Erkältungszeit.

3. Thymian-Honig gegen Husten

Sammelzeit: Thymianblätter im Frühherbst.

  • Frische Thymianzweige in ein Glas geben und mit flüssigem Honig übergießen.

  • 2–3 Wochen ziehen lassen, dann abseihen.
    Anwendung: 1 TL bei Hustenreiz oder Halsschmerzen.

4. Spitzwegerich-Saft bei Husten und Heiserkeit

Sammelzeit: Spitzwegerichblätter noch bis in den Herbst hinein.

  • Frische Blätter gründlich waschen, pürieren und auspressen.

  • Mit etwas Honig konservieren und kühl lagern.
    Anwendung: 1 TL mehrmals täglich bei Husten oder Heiserkeit.

5. Ringelblumenöl für Haut und Wunden

Sammelzeit: Blüten bis in den September.

  • Frische Ringelblumenblüten in ein Glas geben, mit Olivenöl übergießen.

  • 3–4 Wochen ziehen lassen, abseihen.
    Anwendung: Äußerlich für rissige Haut, kleine Wunden oder Hautirritationen.

6. Rosskastanien-Tinktur gegen schwere Beine

Zutaten:

  • 10 frische Rosskastanien (geschält, klein geschnitten)

  • 250 ml 40 % Alkohol (z. B. Korn oder Wodka)

Zubereitung: Kastanienstücke in ein Schraubglas geben, mit Alkohol übergießen, 3–4 Wochen dunkel ziehen lassen, täglich schütteln. Danach abseihen und in eine dunkle Flasche füllen.

Anwendung: Äußerlich auf die Beine einreiben bei Krampfadern, Venenleiden oder Schweregefühl.

7. Holunderbeerensirup

Rezept:
300 g vollreife schwarze Holunderbeeren
400 ml Wasser
250 g Zucker
20 ml Zitronensaft

Zubereitung:
Die Holunderbeeren gründlich von den Stielen entfernen und waschen. Mit dem Wasser etwa 20 Minuten sanft kochen. Anschließend durch ein feines Sieb passieren. Den gewonnenen Saft mit Zucker und Zitronensaft nochmals etwa 5 Minuten aufkochen und heiß in eine sehr saubere Flasche füllen.

Anwendung:
1 Esslöffel kann mit warmem Wasser verdünnt oder pur eingenommen werden. Holunderbeeren werden traditionell besonders in der Erkältungszeit verwendet.

Haltbarkeit:
Ungeöffnet kühl und dunkel lagern. Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von etwa einer Woche verbrauchen.

Wichtig: Holunderbeeren niemals roh verwenden. Nur vollständig reife schwarze Früchte verarbeiten und sämtliche grünen Pflanzenteile entfernen.

8. Hagebuttenmark

Rezept:
500 g frische, reife Hagebutten
500 ml Wasser
100 g Zucker
1 EL Zitronensaft

Zubereitung:
Hagebutten waschen und Stiel- sowie Blütenansätze entfernen. Früchte halbieren und mit dem Wasser etwa 20 bis 30 Minuten weich köcheln. Anschließend durch ein sehr feines Sieb oder eine Passiermühle streichen. Das Mark mit Zucker und Zitronensaft nochmals kurz aufkochen und heiß in kleine, saubere Gläser füllen.

Anwendung:
Täglich 1 bis 2 Teelöffel pur, im Joghurt, im Porridge oder als Brotaufstrich verwenden. Hagebutten liefern natürlicherweise unter anderem Vitamin C und verschiedene Pflanzenstoffe.

Haltbarkeit:
Im Kühlschrank nach dem Öffnen etwa eine Woche. Für eine längere Aufbewahrung das Hagebuttenmark portionsweise einfrieren.

9. Zwiebel-Honig bei gereiztem Hals

Rezept:
100 g Zwiebel
150 g flüssiger Honig

Zubereitung:
Die Zwiebel schälen und sehr fein würfeln. Mit dem Honig in ein sauberes Glas geben und gut vermischen. Verschlossen etwa 6 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Danach durch ein feines Sieb abseihen.

Anwendung:
Bei Bedarf 1 Teelöffel langsam im Mund zergehen lassen. Honig kann einen gereizten Hals beruhigen.

Haltbarkeit:
Im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 2 Tagen verbrauchen.

Wichtig: Honig ist für Kinder unter 12 Monaten ungeeignet.

10. Spitzwegerich-Sirup

Rezept:
10 g getrocknete Spitzwegerichblätter
250 ml Wasser
200 g Zucker
1 EL Zitronensaft

Zubereitung:
Den Spitzwegerich mit dem Wasser in einen kleinen Topf geben und etwa 10 Minuten bei niedriger Temperatur ziehen lassen. Abseihen. Die Flüssigkeit zusammen mit Zucker und Zitronensaft erneut erhitzen und etwa 10 Minuten sanft einkochen lassen. Heiß in eine saubere Flasche füllen.

Anwendung:
Bei gereiztem Hals oder trockenem Hustenreiz können Erwachsene mehrmals täglich 1 Teelöffel einnehmen. Spitzwegerich wird traditionell zur Beruhigung gereizter Schleimhäute verwendet.

Haltbarkeit:
Im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von etwa 7 Tagen verbrauchen.

11. Ringelblumensalbe für raue Herbsthaut

Rezept:
10 g vollständig getrocknete Ringelblumenblüten
100 ml Olivenöl
12 g Bienenwachs

Zubereitung:
Ringelblumen und Öl in ein hitzebeständiges Gefäß geben und etwa 60 Minuten im warmen Wasserbad ziehen lassen. Dabei darauf achten, dass kein Wasser in das Öl gelangt. Anschließend sorgfältig filtern. Das gefilterte Öl nochmals erwärmen und das Bienenwachs darin vollständig schmelzen. In einen sauberen Tiegel füllen.

Anwendung:
Eine kleine Menge auf trockene, raue oder stark beanspruchte Hautstellen auftragen.

Haltbarkeit:
Kühl und lichtgeschützt etwa 3 Monate. Bei verändertem Geruch oder Aussehen entsorgen.

Nicht auf tiefe, stark entzündete oder nässende Wunden geben.

12. Haferbad für trockene Haut

Rezept:
100 g feine Haferflocken
1 Liter warmes Wasser
1 dünnes Baumwolltuch oder Baumwollsäckchen

Zubereitung:
Die Haferflocken in das Baumwolltuch geben und gut verschließen. Das Säckchen etwa 10 Minuten in warmem Wasser ziehen lassen und dabei wiederholt ausdrücken. Das Wasser wird dabei leicht milchig.

Anwendung:
Die Flüssigkeit einem Vollbad hinzufügen oder als Hand- beziehungsweise Fußbad verwenden. Etwa 10 bis 15 Minuten baden und die Haut anschließend nur vorsichtig trocken tupfen.

Haltbarkeit:
Immer frisch herstellen und unmittelbar verwenden.

13. Kartoffelwickel als Wärmeanwendung

Rezept:
300 g Kartoffeln
1 Baumwolltuch
1 Handtuch

Zubereitung:
Die Kartoffeln weich kochen, etwas abkühlen lassen und anschließend zerdrücken. Die warme Kartoffelmasse etwa 2 cm dick auf die Mitte eines Baumwolltuchs geben. Das Tuch einschlagen, sodass die Kartoffeln keinen direkten Hautkontakt haben.

Anwendung:
Den Wickel vor dem Auflegen unbedingt mit der Hand auf eine angenehme Temperatur prüfen. Anschließend für etwa 15 bis 20 Minuten auf Brust, Nacken oder verspannte Bereiche legen.

Haltbarkeit:
Nur frisch verwenden und nach der Anwendung entsorgen.

14. Salbei-Gurgellösung

Rezept:
5 g getrocknete Salbeiblätter
250 ml Wasser
1 kleine Prise Salz

Zubereitung:
Die Salbeiblätter mit dem kochenden Wasser übergießen und zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen. Sorgfältig abseihen, Salz einrühren und auf eine angenehm lauwarme Temperatur abkühlen lassen.

Anwendung:
Mit etwa 30 bis 50 ml Flüssigkeit gründlich gurgeln und anschließend ausspucken. Die Anwendung eignet sich traditionell bei leichten Reizungen im Mund- und Rachenraum.

Haltbarkeit:
Am besten frisch herstellen. Im Kühlschrank maximal 24 Stunden aufbewahren.

15. Ingwer-Honig-Mischung

Rezept:
50 g frischer Ingwer
150 g Honig
20 ml frisch gepresster Zitronensaft

Zubereitung:
Den Ingwer schälen und sehr fein reiben. Mit Honig und Zitronensaft gründlich vermischen und in ein sauberes Glas geben.

Anwendung:
Bei Bedarf 1 Teelöffel pur einnehmen oder in lauwarmes Wasser einrühren. Die Mischung eignet sich als würzige Ergänzung für die kalte Jahreszeit.

Haltbarkeit:
Im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von etwa 5 Tagen verbrauchen. Immer mit einem sauberen Löffel entnehmen.

Bei empfindlichem Magen kann Ingwer Beschwerden verstärken.

16. Kräuter-Fußbad mit Salbei und Rosmarin

Rezept:
10 g getrocknete Salbeiblätter
10 g getrockneter Rosmarin
1 Liter heißes Wasser
4 Liter warmes Wasser für das Fußbad

Zubereitung:
Salbei und Rosmarin mit einem Liter heißem Wasser übergießen und etwa 15 Minuten ziehen lassen. Abseihen und den Kräuterauszug in eine Schüssel mit etwa 4 Litern angenehm warmem Wasser geben.

Anwendung:
Die Füße etwa 10 bis 15 Minuten darin baden und anschließend gründlich abtrocknen. Das Fußbad eignet sich besonders nach langen Tagen oder bei kalten Füßen.

Haltbarkeit:
Immer frisch zubereiten und nach der Anwendung entsorgen.

Abschließend

Und, habt ihr Lust auf mehr bekommen? Hier auf diesem Blog posten wir laufend Inhalte über Kräuterkunde, Hausmittel, Gesunde Rezepte, Brauchtum und alles rund um Heilkräuter. Bitte beachtet, dass es Pflanzen gibt, die in manchen Regionen unter Naturschutz stehen und daher nicht gesammelt werden dürfen. Falls ihr einen ersten Überblick über wichtige Basisrezepte finden wollt, könnt ihr dies im Blogbeitrag Grundrezepte für die Kräuterheilkunde nachlesen.

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