Tinkturen

Tinkturen haben den Vorteil, dass man sie lange lagern kann, dass sie für unterwegs geeignet sind und dass sie bei Menschen beliebt sind, die keinen Tee mögen.
Das Wesen von Tinkturen ist, dass das Extrakt der Kräuter durch Alkohol haltbar gemacht wird. Dies hat viele Vorteile. Zum Einen hat man nicht immer alle Kräuter zu Hause vorrätig, um Tees zu bereiten, zum Anderen kann man saisonal die wichtigsten Kräuter haltbar machen. Die Herstellung von Tinkturen ist relativ einfach und erfordert kein spezielles Wissen.

 

Tinkturen selber machen

 

tinktur

Alkohol erfüllt bei der Herstellung von Tinkturen fünf wichtige Aufgaben, die Wasser oder Öl allein nicht schaffen:

1. Er löst alle Wirkstoffe heraus
Manche Inhaltsstoffe aus Pflanzen lösen sich nur in Wasser (wie bei einem Tee). Andere lösen sich nur in Öl (wie ätherische Öle oder Harze). Alkohol ist ein Allrounder: Er kann sowohl wasserlösliche als auch öl- und fettlösliche Stoffe gleichzeitig aus der Pflanze herausziehen.

2. Er knackt die Pflanzenzellen auf
Alkohol dringt viel leichter und schneller durch die Schutzschicht der Pflanzenteile als Wasser. Er öffnet die Zellen der Pflanze, sodass die wertvollen Heilstoffe im Inneren vollständig in die Flüssigkeit übergehen.

3. Er macht die Tinktur jahrelang haltbar
Ein Kräuter-Tee wird nach wenigen Tagen schlecht, weil sich Bakterien und Schimmelpilze vermehren. Alkohol tötet Keime ab. Ab einer Stärke von etwa 30 bis 40 % hält die Tinktur jahrelang, ohne schlecht zu werden.

4. Er stoppt den Verfall der Pflanze
Sobald eine Pflanze gepflückt wird, fängt sie an, sich selbst abzubauen und ihre Wirkstoffe zu verlieren. Der Alkohol stoppt diesen Abbauprozess sofort im Moment des Einlegens und konserviert die Wirkstoffe.

5. Er hilft der Haut, die Wirkstoffe aufzunehmen
Wird die Tinktur getrunken oder in eine Salbe gerührt, hilft der Alkohol den Wirkstoffen dabei, schneller durch die Haut oder Schleimhaut einzudringen. So kommen die Pflanzenstoffe tiefer ins Gewebe und wirken besser.

Kurze Übersicht: Wie stark muss der Alkohol sein?

  • Milder Alkohol (ca. 40 % – z. B. Wodka oder Doppelkorn): Reicht völlig aus für zarte Blätter und Blüten (z. B. Kamille, Pfefferminze, Melisse).
  • Starker Alkohol (ca. 50 bis 70 %): Braucht man für feste Wurzeln, Rinden und harte Samen (z. B. Rosskastanie oder Baldrian). Beispielsweise Weingeist
  • Sehr starker Alkohol (über 80 %): Wird für klebrige Harze benötigt (z. B. Propolis oder Weihrauch).

Grundrezept für Tinkturen

  • Generell benötigen Sie zur Herstellung von Tinkturen Alkohol. Siehe oben in der Liste, welchen Alkohol du dafür brauchst.
  • Fülle die Gläser (am besten sind weithalsige) mit den Kräutern oder Wurzelstücken auf.
  • Gieße nun mindestens so viel Alkohol darüber, dass die Kräuter vollkommen bedeckt sind und höchstens so viel, dass man die Tinktur anschließend noch gut verschütteln kann. Verschließe dann das Glas.
  • Stell das Glas an einem sonnigen, warmen Platz.
  • Warte  8 Tage bis 6 Wochen (Je länger sie steht, desto stärker wird sie.)
  • Lasse die Tinktur durch einen Filter (Kaffeefilter) laufen, werfen Sie die Kräuter weg und fülle die Tinktur in kleine Dunkelglasfläschchen mit Tropfeinsatz oder Pipette.
  • Beschrifte  die Fläschchen sorgfältig mit dem Namen der Tinktur und dem Herstellungsdatum.
  • Von der fertigen Tinktur kannst du dann z. B. 3 mal täglich 1-2 Teelöffel voll bzw. 20-60 Tropfen einnehmen.

 

Abschließend

Und, habt ihr Lust auf mehr bekommen? Hier auf diesem Blog posten wir laufend Inhalte über Kräuterkunde, Hausmittel, Gesunde Rezepte, Brauchtum und alles rund um Heilkräuter. Bitte beachtet, dass es Pflanzen gibt, die in manchen Regionen unter Naturschutz stehen und daher nicht gesammelt werden dürfen. Falls ihr einen ersten Überblick über wichtige Basisrezepte finden wollt, könnt ihr dies im Blogbeitrag Grundrezepte für die Kräuterheilkunde nachlesen.

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