Heilkräuter im Juli sammeln: 10 Pflanzen und 10 sommerliche Hausmittelrezepte
Der Juli ist ein Monat voller Wärme, Duft und Fülle. Viele Heilkräuter stehen jetzt in voller Blüte, andere bilden kräftige Blätter oder beginnen bereits mit der Samenbildung. Während im Juni oft die klassische Blütenkraft rund um die Sommersonnenwende im Mittelpunkt steht, bringt der Juli mehr Würze, mehr Bitterstoffe und mehr robuste Sommerpflanzen in die Kräuterküche und Hausapotheke.
Wichtig: Sammelt nur Pflanzen, die ihr sicher bestimmen könnt. Meidet Straßenränder, gedüngte Wiesen, Hundestrecken, Bahndämme und Naturschutzgebiete. Heilkräuter ersetzen keine ärztliche Abklärung. Bei Schwangerschaft, Stillzeit, Kindern, Allergien, chronischen Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme bitte besonders vorsichtig sein.
10 Heilkräuter im Juli
- Echte Kamille
Die Echte Kamille blüht im Juli oft noch reichlich auf Äckern, Brachen und sonnigen Gartenstellen. Gesammelt werden die Blütenköpfchen, am besten an trockenen Vormittagen. Sie wird traditionell für Hautpflege, Schleimhäute, Bauchwohl und beruhigende Anwendungen geschätzt.
- Spitzwegerich
Spitzwegerich wächst auf Wiesen, Wegen und in Gärten. Im Juli können junge, gesunde Blätter gesammelt werden. Er gilt traditionell als Pflanze für Hals, Rachen, gereizte Haut und kleine Insektenstiche.
- Königskerze
Die Königskerze ist eine typische Sonnenpflanze des Hochsommers. Ihre gelben Blüten öffnen sich nach und nach und sollten täglich frisch gesammelt werden. Traditionell wird sie als sanftes Kraut für Hals und Atemwege genutzt.
- Wilde Malve
Die Wilde Malve zeigt im Juli ihre violetten Blüten und weichen Blätter. Beide enthalten Schleimstoffe und werden traditionell bei gereizten Schleimhäuten und trockener Haut geschätzt. Sie ist außerdem eine hübsche Pflanze für essbare Blütendekorationen.
- Odermennig
Odermennig blüht im Juli mit gelben Blütenähren an Wegrändern, Böschungen und mageren Wiesen. Gesammelt wird das blühende Kraut. Traditionell gilt er als Gerbstoffpflanze für Mund, Rachen, Haut und Verdauung.
- Dost
Dost, auch wilder Oregano genannt, duftet im Juli intensiv und zieht viele Insekten an. Gesammelt werden die blühenden Triebspitzen. Er ist vor allem als Gewürz bekannt, wurde aber traditionell auch für Verdauung, Atemwege und kräftigende Sommerküche verwendet.
- Wegwarte
Die Wegwarte ist eine der schönsten Juli-Pflanzen. Ihre himmelblauen Blüten öffnen sich meist am Vormittag und wachsen gerne an trockenen Wegrändern. Traditionell werden Kraut und Wurzel mit Bitterstoffen, Verdauung und Leber-Galle-Themen verbunden.
- Beifuß
Beifuß gehört zu den alten Würz- und Schutzpflanzen. Im Juli sammelt man die oberen Triebspitzen kurz vor oder zu Beginn der Blüte. Er wird traditionell als Bitterkraut für schwere Speisen, Verdauung und alte Räucherbräuche geschätzt.
- Echte Goldrute
Die Echte Goldrute beginnt je nach Lage im Juli zu blühen. Gesammelt wird das blühende Kraut. Traditionell steht sie mit Harnwegen und Durchspülung in Verbindung, sollte aber bei Nieren- oder Herzerkrankungen nicht unkritisch verwendet werden.
- Echter Eibisch
Eibisch blüht im Sommer mit zarten, hellen Blüten. Im Juli können Blätter und Blüten gesammelt werden, die Wurzel wird eher später im Jahr geerntet. Eibisch ist eine klassische Schleimstoffpflanze und wird traditionell bei trockenen Reizungen geschätzt.
Buchtipp
10 Anwendungen
Die Haltbarkeit hängt in der Regel von sauberer Verarbeitung und Lagerung ab.
- Kamillen-Hautbad
- Zutaten: 3 Esslöffel getrocknete Kamillenblüten, 1 Liter heißes Wasser, eine Schüssel mit warmem Badewasser.
- Zubereitung: Kamillenblüten mit heißem Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen, abseihen und zum Badewasser geben.
- Anwendung: Hände oder Füße 10 bis 15 Minuten baden.
- Wirkung: Traditionell beruhigend und pflegend bei beanspruchter Haut.
- Spitzwegerich-Stichauflage
- Zutaten: 3 frische Spitzwegerichblätter.
- Zubereitung: Blätter sauber abreiben, leicht zerdrücken oder zwischen den Fingern anquetschen.
- Anwendung: Direkt auf einen frischen Insektenstich legen und einige Minuten wirken lassen.
- Wirkung: Traditionell kühlend und lindernd bei kleinen Stichen.
- Königskerzen-Honig
- Zutaten: 1 kleine Handvoll frische Königskerzenblüten, 150 g flüssiger Honig.
- Zubereitung: Blüten sorgfältig kontrollieren, in ein sauberes Glas geben, mit Honig bedecken und 3 bis 5 Tage ziehen lassen. Danach abseihen.
- Anwendung: Teelöffelweise pur verwenden.
- Wirkung: Traditionell wohltuend für Hals und Stimme. Nicht für Kinder unter einem Jahr.
- Malven-Gesichtsmaske
- Zutaten: 1 Esslöffel frische Malvenblüten, 1 Esslöffel Honig, 1 Teelöffel fein gemahlene Haferflocken.
- Zubereitung: Blüten fein hacken und mit Honig und Haferflocken verrühren.
- Anwendung: Auf gereinigte Haut auftragen, 10 Minuten einwirken lassen und lauwarm abnehmen.
- Wirkung: Pflegend und sanft bei trockener Haut.
- Odermennig-Gurgelwasser
- Zutaten: 1 Esslöffel getrocknetes Odermennigkraut, 250 ml heißes Wasser.
- Zubereitung: Kraut übergießen, 15 Minuten ziehen lassen und sorgfältig abseihen.
- Anwendung: Abgekühlt zum Gurgeln verwenden, nicht schlucken.
- Wirkung: Traditionell zusammenziehend und pflegend für Mund und Rachen.
- Dost-Kräutersalz
- Zutaten: 2 Esslöffel getrockneter Dost, 100 g grobes Salz.
- Zubereitung: Dost vollständig trocknen lassen, fein rebeln und mit Salz mischen.
- Anwendung: Für Tomaten, Ofengemüse, Brotaufstriche oder Sommergerichte verwenden.
- Wirkung: Würzig, aromatisch und traditionell verdauungsfreundlich.
- Wegwarten-Bitteressig
- Zutaten: 1 Handvoll junge Wegwartenblätter, 250 ml Apfelessig.
- Zubereitung: Blätter klein schneiden, in ein Glas geben, mit Essig bedecken und 2 Wochen ziehen lassen. Danach abseihen.
- Anwendung: Sparsam für Salatdressings verwenden.
- Wirkung: Bitter-aromatisch und traditionell anregend für die Verdauung.
- Beifuß-Gewürzbutter
- Zutaten: 125 g weiche Butter, 1 Teelöffel sehr fein gehackter Beifuß, 1 Prise Salz, etwas Zitronenschale.
- Zubereitung: Alles gut verrühren und kühl stellen.
- Anwendung: Sehr sparsam zu Erdäpfeln, Gemüse oder deftigen Speisen verwenden.
- Wirkung: Traditionell als Würzkraut für schwerere Gerichte geschätzt. In Schwangerschaft und Stillzeit meiden.
- Goldruten-Fußbad
- Zutaten: 2 Esslöffel getrocknetes Goldrutenkraut, 1 Liter heißes Wasser, Fußbadewasser.
- Zubereitung: Goldrute mit heißem Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen, abseihen und ins Fußbad geben.
- Anwendung: Füße 10 bis 15 Minuten baden.
- Wirkung: Wohltuend nach langen Sommertagen.
- Eibisch-Kühlgel
- Zutaten: 1 Esslöffel getrocknete Eibischblätter oder Eibischwurzel, 150 ml kaltes Wasser.
- Zubereitung: Eibisch mit kaltem Wasser ansetzen und 2 bis 3 Stunden ziehen lassen. Danach abseihen. Im Kühlschrank lagern und innerhalb von 2 Tagen verbrauchen.
- Anwendung: Mit einem sauberen Wattepad auf trockene oder gereizte Hautstellen tupfen.
- Wirkung: Traditionell schleimstoffreich, kühlend und reizlindernd.
Der Juli ist ein Monat der kräftigen Sommerkräuter. Kamille bringt Sanftheit, Spitzwegerich hilft bei kleinen Alltagsmomenten im Freien, Königskerze leuchtet wie eine Sonnenkerze, Dost würzt die Küche und Wegwarte erinnert mit ihren blauen Blüten an die stille Schönheit am Wegesrand. Wer jetzt achtsam sammelt, kann kleine Vorräte für Küche, Pflege und Hausapotheke anlegen. Bitte sammelt maßvoll, bestimmt sorgfältig und achtet darauf, dass Hausmittel eine liebevolle Unterstützung sein können, aber keine medizinische Diagnose oder Behandlung ersetzen.
Abschließend
Und, habt ihr Lust auf mehr bekommen? Hier auf diesem Blog posten wir laufend Inhalte über Kräuterkunde, Hausmittel, Gesunde Rezepte, Brauchtum und alles rund um Heilkräuter. Bitte beachtet, dass es Pflanzen gibt, die in manchen Regionen unter Naturschutz stehen und daher nicht gesammelt werden dürfen. Falls ihr einen ersten Überblick über wichtige Basisrezepte finden wollt, könnt ihr dies im Blogbeitrag Grundrezepte für die Kräuterheilkunde nachlesen.
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