
Wie immer gilt: Sammelt nur, was ihr sicher bestimmen könnt. Meidet Straßenränder, gedüngte Flächen, Hundestrecken, Bahndämme und andere belastete Standorte. Beachtet außerdem, dass manche Pflanzen in Schutzgebieten nicht gesammelt werden dürfen. Welche Kräuter im Mai tatsächlich schon in voller Pracht da sind, hängt stark von Wetter, Region und Mikroklima ab.
Welche Heilkräuter man im Mai besonders gut sammeln kann
1. Spitzwegerich
Sammelbare Pflanzenteile: junge Blätter, später auch Blütenstände
Wo man ihn findet: an Wegrändern, auf Wiesen, an trockeneren Grasstellen, auf wenig gemähten Flächen. Der Spitzwegerich blüht typischerweise von Mai bis September, und die Blätter gelten als der wichtigste verwendete Pflanzenteil.
2. Melisse
Sammelbare Pflanzenteile: frische Blätter und junge Triebspitzen
Wo man sie findet: vor allem in Gärten, Kräuterbeeten und an warmen, geschützten Stellen. In Mitteleuropa ist sie meist eher Gartenpflanze als klassisches Wildkraut.
3. Salbei
Sammelbare Pflanzenteile: Blätter, junge Triebspitzen, später auch blühendes Kraut
Wo man ihn findet: in Kräutergärten, auf sonnigen, trockenen Standorten und in geschützten Beeten.
4. Gänseblümchen
Sammelbare Pflanzenteile: Blüten, junge Blätter
Wo man sie findet: auf Wiesen, in Gärten, Parks und Rasenflächen, möglichst nicht an Hundestrecken oder belasteten Stellen.
5. Brennnessel
Sammelbare Pflanzenteile: junge Triebspitzen, junge Blätter
Wo man sie findet: an nährstoffreichen Standorten, Hecken, Waldrändern, Gartenrändern und Wegrändern.
6. Löwenzahn
Sammelbare Pflanzenteile: Blätter, Blüten, Knospen; Wurzeln eher früher oder später im Jahr
Wo man ihn findet: auf Wiesen, Weiden, in Gärten, an Wegrändern und offenen Flächen.
7. Holunder
Sammelbare Pflanzenteile: im Mai vor allem die Blüten, je nach Lage ab Mai bis Juli
Wo man ihn findet: an Waldrändern, Hecken, Gärten, Böschungen und in Siedlungsnähe.
8. Schafgarbe
Sammelbare Pflanzenteile: junge Blätter, junge Triebe, später das blühende Kraut
Wo man sie findet: auf Wiesen, Wegrändern, Böschungen und sonnigen, eher trockenen Flächen.
9. Gundermann
Sammelbare Pflanzenteile: das Kraut, Blätter, junge Triebe
Wo man ihn findet: in Hecken, an halbschattigen Wegrändern, in Gärten, auf Wiesenrändern und an feuchteren Standorten. Ende Mai beginnt vielerorts auch die Blüte.
10. Linde
Sammelbare Pflanzenteile: im Mai vor allem junge Lindenblätter, später Lindenblüten
Wo man sie findet: an Lindenbäumen in Parks, Alleen, Dörfern und an Waldrändern.
Buchtipp
10 Hausmittelrezepte für den Mai
Wichtiger Hinweis: Die folgenden Rezepte sind traditionelle Hausmittel für den Alltag. Sie ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Schwangerschaft, Stillzeit, Kindern, chronischen Erkrankungen, Allergien oder Medikamenteneinnahme ist Vorsicht sinnvoll.
1. Spitzwegerich-Hustensirup
Rezept:
* 25 g frische Spitzwegerichblätter
* 500 ml Wasser
* 175 g Honig
Zubereitung:
Die Blätter grob schneiden, mit dem Wasser in einen Topf geben und 15 Minuten sanft köcheln lassen. Danach abseihen und die Flüssigkeit noch warm mit dem Honig verrühren. In eine saubere Flasche füllen und im Kühlschrank lagern. Hält verschlossen einige Wochen.
Anwendung:
Bei Bedarf 1 Teelöffel pur oder in etwas lauwarmem Wasser einrühren. Traditionell wird Spitzwegerich bei Reizhusten verwendet.
2. Salbei-Gurgeltee
Rezept:
* 2 Teelöffel frische Salbeiblätter oder 1 Teelöffel getrockneter Salbei
* 250 ml kochendes Wasser
Zubereitung:
Den Salbei mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Abseihen und lauwarm werden lassen.
Anwendung:
2- bis 4-mal täglich gurgeln oder in kleinen Schlucken trinken. Traditionell wird Salbei vor allem für Hals und Rachen genutzt.
3. Melissen-Nerventee
Rezept:
* 2 Teelöffel frische Melissenblätter oder 1 Teelöffel getrocknete Blätter
* 250 ml heißes Wasser
Zubereitung:
Die Blätter mit heißem Wasser übergießen und 8 bis 10 Minuten ziehen lassen. Abseihen.
Anwendung:
1 Tasse am Abend oder in unruhigen Momenten trinken. Melisse wird traditionell bei nervöser Unruhe und für einen ruhigen Bauch genutzt.
4. Gänseblümchen-Ölauszug
Rezept:
* 2 Handvoll Gänseblümchenblüten
* 200 ml Mandelöl oder Olivenöl
Zubereitung:
Die Blüten einen Tag antrocknen lassen. Dann in ein sauberes Glas geben und mit Öl bedecken. 2 bis 3 Wochen an einem warmen, nicht zu sonnigen Ort ziehen lassen, täglich leicht schütteln. Danach abseihen.
Anwendung:
Äußerlich als mildes Pflegeöl für raue oder beanspruchte Haut.
5. Brennnessel-Frühjahrstee
Rezept:
* 2 Teelöffel frische junge Brennnesselblätter oder 1 Teelöffel getrocknete Blätter
* 250 ml kochendes Wasser
Zubereitung:
Mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Abseihen.
Anwendung:
1 bis 2 Tassen täglich als traditioneller Frühjahrstee. Brennnessel wird klassisch als Stoffwechselpflanze beschrieben.
6. Löwenzahnblüten-Honig
Rezept:
* 3 Handvoll Löwenzahnblüten
* 1 Liter Wasser
* 1 kg Zucker
* 1/2 unbehandelte Zitrone
Zubereitung:
Die Blüten kurz ausschütteln, mit dem Wasser und den Zitronenscheiben aufkochen und 15 Minuten sanft köcheln. Über Nacht ziehen lassen, am nächsten Tag abseihen und mit Zucker sirupartig einkochen.
Anwendung:
Als Brotaufstrich oder löffelweise in Tee. Traditionell wird Löwenzahn für den Stoffwechsel geschätzt.
7. Holunderblüten-Sirup
Rezept:
* 10 große Holunderblütendolden
* 1 Liter Wasser
* 1 kg Zucker
* 2 unbehandelte Zitronen
Zubereitung:
Die Dolden vorsichtig ausschütteln, mit den Zitronenscheiben in eine Schüssel geben und mit heißem Wasser übergießen. 24 Stunden ziehen lassen. Abseihen, mit dem Zucker aufkochen und heiß in saubere Flaschen füllen.
Anwendung:
1 bis 2 Esslöffel mit Wasser verdünnen. In der Volksheilkunde werden Holunderblüten traditionell gerne in der Erkältungszeit verwendet.
8. Schafgarben-Sitzbad
Rezept:
* 50 g frisches Schafgarbenkraut oder 25 g getrocknetes Kraut
* 1 Liter kochendes Wasser
Zubereitung:
Das Kraut mit kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten ziehen lassen. Abseihen und in das Sitzbad geben.
Anwendung:
Als traditionelles Sitzbad für 10 bis 15 Minuten. Schafgarbe ist eines der klassischen heimischen Frauen- und Verdauungskräuter.
9. Gundermann-Tinktur
Rezept:
* 1 Handvoll frisches Gundermannkraut
* etwa 200 ml Alkohol mit mindestens 40 Prozent
Zubereitung:
Das Kraut grob schneiden, in ein Schraubglas geben und mit Alkohol bedecken. 2 bis 3 Wochen ziehen lassen, täglich kurz schütteln. Danach abseihen und in dunkle Fläschchen füllen.
Anwendung:
Traditionell äußerlich verdünnt für Einreibungen. Nur bei sicherer Bestimmung verwenden.
10. Lindenblüten-Erkältungstee
Rezept:
* 1 Esslöffel Lindenblüten
* 250 ml kochendes Wasser
Zubereitung:
Mit kochendem Wasser übergießen und 10 bis 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Abseihen.
Anwendung:
Heiß trinken, traditionell besonders in der Erkältungszeit. Lindenblüten werden klassisch mit Fieber- und Grippetee verbunden.
11. Lindenblüten-Badesud
Rezept:
*50 g getrocknete Lindenblüten oder 3 große Handvoll frische Lindenblüten
*1,5 Liter Wasser
Zubereitung:
Das Wasser aufkochen und die Lindenblüten damit übergießen. Zugedeckt 15 bis 20 Minuten ziehen lassen. Danach abseihen und den Sud in ein warmes Bad geben.
Anwendung:
Für ein entspannendes Bad etwa 15 bis 20 Minuten darin baden. Traditionell werden Lindenblüten nicht nur als Haustee, sondern auch äußerlich für beruhigende und wohltuende Anwendungen verwendet.
Abschließend
Und, habt ihr Lust auf mehr bekommen? Hier auf diesem Blog posten wir laufend Inhalte über Kräuterkunde, Hausmittel, Gesunde Rezepte, Brauchtum und alles rund um Heilkräuter. Bitte beachtet, dass es Pflanzen gibt, die in manchen Regionen unter Naturschutz stehen und daher nicht gesammelt werden dürfen. Falls ihr einen ersten Überblick über wichtige Basisrezepte finden wollt, könnt ihr dies im Blogbeitrag Grundrezepte für die Kräuterheilkunde nachlesen.
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