Anzeige – Wenn die Tage kürzer werden, die Temperaturen sinken und Erkältungszeit beginnt, lohnt es sich, die Hausapotheke für den Herbst vorzubereiten. Viele bewährte Pflanzen lassen sich unkompliziert verarbeiten und können bei leichten Beschwerden wohltuend sein oder ganz einfach Teil einer gesundheitsbewussten Herbstküche werden.

Herbstliches Erste-Hilfe Set für die ganze Familie

Echinacea-Tinktur

Echinacea, auch Sonnenhut genannt, wird traditionell zur Unterstützung während der Erkältungszeit verwendet.

Zutaten: 50 g getrocknetes Echinacea-Kraut oder 100 g frische Pflanzenteile, 250 ml Alkohol mit etwa 40 Vol.-%.

Herstellung: Die Pflanzenteile klein schneiden, in ein sauberes Schraubglas geben und vollständig mit Alkohol bedecken. Das verschlossene Glas drei Wochen an einem dunklen Ort stehen lassen und täglich vorsichtig schütteln. Anschließend durch ein feines Tuch oder einen Kaffeefilter abseihen und in eine dunkle Glasflasche füllen.

Haltbarkeit: Kühl und dunkel gelagert etwa ein Jahr. Wegen des Alkoholgehalts ist diese Zubereitung für Kinder nicht geeignet. Bei Allergien gegen Korbblütler sollte Echinacea nicht verwendet werden.

Kamillentee

Wirkung: Kamille wird traditionell bei leichten Magen-Darm-Beschwerden sowie als beruhigender Tee eingesetzt. Auch zum Gurgeln kann ein abgekühlter Kamillentee angenehm sein.

Zutaten: 2 Teelöffel getrocknete Kamillenblüten, 250 ml Wasser.

Herstellung: Wasser aufkochen, kurz abkühlen lassen und über die Kamillenblüten gießen. Zugedeckt fünf bis zehn Minuten ziehen lassen und anschließend abseihen.

Haltbarkeit: Am besten frisch zubereiten. Im Kühlschrank sollte der Tee nicht länger als einen Tag aufbewahrt werden. Menschen mit einer ausgeprägten Korbblütlerallergie sollten vorsichtig sein.

Hagebuttenpulver

Wirkung: Hagebutten enthalten natürlicherweise Vitamin C und verschiedene Pflanzenstoffe. Das Pulver lässt sich beispielsweise in Joghurt, Müsli oder Porridge verwenden.

Zutaten: 500 g reife, unbeschädigte Hagebutten.

Herstellung: Hagebutten waschen, Stiele und Blütenansätze entfernen und halbieren. Kerne und Härchen sorgfältig herauslösen. Die Schalen bei maximal etwa 40 bis 50 Grad vollständig trocknen. Anschließend in einer leistungsfähigen Küchenmaschine oder Gewürzmühle fein mahlen.

Haltbarkeit: Luftdicht, trocken und dunkel aufbewahrt mehrere Monate. Entscheidend ist, dass die Früchte vor dem Mahlen vollständig trocken sind, damit sich kein Schimmel bildet.

Holunderbeerensirup

Wirkung: Holunderbeeren werden traditionell in der Erkältungszeit verwendet und enthalten verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe.

Zutaten: 500 g reife schwarze Holunderbeeren, 500 ml Wasser, 250 g Zucker, Saft einer Zitrone.

Herstellung: Die Beeren sorgfältig von den Stielen entfernen, waschen und mit dem Wasser mindestens 15 bis 20 Minuten kochen. Rohe Holunderbeeren sollten nicht verzehrt werden. Danach durch ein Sieb passieren. Den Saft erneut erhitzen, Zucker und Zitronensaft einrühren und einige Minuten köcheln lassen. Heiß in sterile Flaschen füllen.

Haltbarkeit: Ungeöffnet und kühl gelagert mehrere Monate. Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb weniger Wochen verbrauchen.

Weidenrindentee

Wirkung: Weidenrinde enthält Salicin-Verbindungen und wird traditionell bei leichten Schmerzen und fieberhaften Beschwerden eingesetzt. Aufgrund ihrer pharmakologischen Wirkung ist sie nicht für jeden geeignet.*

Zutaten: 1 Teelöffel beziehungsweise etwa 2 bis 3 g getrocknete Weidenrinde, 250 ml Wasser.

Herstellung: Die Weidenrinde mit kaltem Wasser ansetzen, langsam zum Kochen bringen und etwa fünf Minuten leicht köcheln lassen. Anschließend zehn Minuten ziehen lassen und abseihen.

Haltbarkeit: Frisch verwenden. Weidenrinde sollte Kindern und Jugendlichen nicht ohne ärztliche Rücksprache gegeben werden. Auch bei Schwangerschaft, Blutgerinnungsstörungen, Einnahme gerinnungshemmender Medikamente oder einer Allergie gegen Acetylsalicylsäure ist Vorsicht erforderlich.

Eukalyptusöl

Wirkung: Der Duft von Eukalyptus wird bei Erkältungen häufig als angenehm und befreiend empfunden.

Zutaten: 20 ml Mandelöl oder Jojobaöl, 4 Tropfen ätherisches Eukalyptusöl.

Herstellung: Beide Öle gründlich vermischen und in eine kleine dunkle Glasflasche füllen. Das verdünnte Öl kann bei Erwachsenen sparsam auf Brust oder Rücken aufgetragen werden.

Haltbarkeit: Kühl und dunkel etwa sechs Monate. Ätherisches Eukalyptusöl darf nicht unverdünnt eingenommen werden und gehört nicht in Mund oder Nase. Bei Babys und kleinen Kindern sollte es nicht im Gesichts- oder Brustbereich verwendet werden; für Kinder ist zuvor eine fachliche Beratung sinnvoll.

Ringelblumensalbe

Wirkung: Ringelblume wird traditionell zur Pflege trockener, beanspruchter oder leicht gereizter Haut eingesetzt.

Zutaten: 100 ml Olivenöl, 10 g getrocknete Ringelblumenblüten, 10 g Bienenwachs.

Herstellung: Ringelblumen und Öl etwa 30 Minuten bei sehr niedriger Temperatur erwärmen, ohne das Öl zu braten. Danach abseihen. Das Bienenwachs in das warme Öl geben und unter Rühren vollständig schmelzen lassen. In saubere Salbentiegel füllen und abkühlen lassen.

Haltbarkeit: Kühl und dunkel etwa sechs Monate. Nicht auf stark entzündete, tiefe oder infizierte Wunden auftragen.

Oxymel mit Ingwer, Zitrone und Thymian

Wirkung: Oxymel ist eine traditionelle Mischung aus Honig und Essig. Ingwer, Zitrone und Thymian machen daraus ein aromatisches Herbstgetränk.

Zutaten: 200 g Honig, 100 ml naturtrüber Apfelessig, 20 g frischer Ingwer, Schale einer halben unbehandelten Zitrone, 5 g getrockneter Thymian.

Herstellung: Ingwer fein schneiden und gemeinsam mit Zitronenschale und Thymian in ein Glas geben. Honig und Essig verrühren und darübergießen. Sieben bis zehn Tage im Kühlschrank ziehen lassen, täglich schwenken und anschließend abseihen.

Haltbarkeit: Im Kühlschrank etwa zwei bis drei Monate. Honig ist für Kinder unter zwölf Monaten nicht geeignet.

Sanddorn-Honig

Wirkung: Sanddorn ist reich an Vitamin C und besitzt einen charakteristisch säuerlichen Geschmack.

Zutaten: 200 g Sanddornbeeren, 200 g Honig.

Herstellung: Die Beeren waschen, sorgfältig verlesen und pürieren. Durch ein feines Sieb streichen und das Fruchtmark anschließend mit dem Honig vermischen. In ein sauberes Glas füllen und im Kühlschrank lagern.

Haltbarkeit: Gekühlt etwa zwei bis drei Wochen. Für eine längere Aufbewahrung kann das Sanddornpüree portionsweise eingefroren werden.

So entsteht mit wenigen Zutaten eine kleine herbstliche Hausapotheke, die vor allem eines verbindet: bewährte Pflanzen, einfache Zubereitung und bewussten Umgang mit der eigenen Gesundheit.

Abschließend

Und, habt ihr Lust auf mehr bekommen? Hier auf diesem Blog posten wir laufend Inhalte über Kräuterkunde, Hausmittel, Gesunde Rezepte, Brauchtum und alles rund um Heilkräuter. Bitte beachtet, dass es Pflanzen gibt, die in manchen Regionen unter Naturschutz stehen und daher nicht gesammelt werden dürfen. Falls ihr einen ersten Überblick über wichtige Basisrezepte finden wollt, könnt ihr dies im Blogbeitrag Grundrezepte für die Kräuterheilkunde nachlesen.

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